Stapley, Marissa – Das Glück an Regentagen

Stapley, Marissa
Das Glück an Regentagen
978-3-499-29170-8
Rowohlt Polaris

Inhalt:

Wenn Geheimnisse eine Liebe zerstören, kann die Wahrheit sie wieder heilen? Tausend Inseln unter einem Himmel voller Tropfen. Das ist Maes Heimat, ein kleiner Ort am St. Lorenz Strom. Hier in Alexandria Bay hat Mae nicht nur als Kind ihre Eltern verloren, sondern auch ihre erste große Liebe Gabe. Eines Tages war er einfach verschwunden. Und so ist auch sie gegangen. Zehn Jahre später: Mae kehrt zurück nach Alexandria Bay, in das Inn ihrer Großeltern, um sich von einer schlimmen Trennung zu erholen. Aber ihre Großeltern haben sich verändert. Geheimnisse werden gelüftet, die ein neues Licht auf Gabes Verschwinden werfen. Lässt sich die Vergangenheit zurückerobern, und damit die Chance auf das Glück? (Quelle Rowohlt Polaris)

Meine Meinung:

Seltsamerweise mag ich Bücher und Geschichten, in denen es regnet. Und so wurde ich auch auf dieses Buch aufmerksam, das den Regen in seinem Titel hat.

Das Buch enthält neben der Inhaltsangabe auf der Rückseite auch einen Klappentext, der mich emotional sehr positiv auf das Buch eingestimmt hat:

Zitat Klappentext: „Er lacht leise, es ist dieses trockene, vertraute Lachen, und es fährt direkt in ihr klopfendes Herz, als hätte er ihr etwas zugeworfen und sie hätte es mit ihrem Brustkorb aufgefangen.“

Dieser Satz hat mir sehr gut gefallen und ich freute mich auf die Geschichte, auf die Liebe, die dahinter steckt. Am Anfang empfand ich die Geschichte etwas unübersichtlich. Zu viel Protagonisten werden schnell vorgestellt, aber im entscheidenden Moment bricht das Kapitel immer ab. Das erzeugte auf der einen Seite bei mir natürlich eine ungeheure Spannung, aber wenn das mit fünf und mehr Protagonisten so geht, lernt man keinen wirklich kennen und es wird schwierig, Bezüge herzustellen und sich die Namen und Familienkonstellationen zu merken. So erging es mir jedenfalls. Aber ich kann sagen, wenn man dran bleibt, löst sich nach und nach alles auf, obwohl es in diesem Schema weitergeht und vor allem der Prolog verwirrend ist.

Mit seinen 300 Seiten habe ich das Buch an einem Abend durchgelesen. Erleichternd kommt hinzu, dass es sich flüssig und unterhaltsam lesen lässt. Die Kapitel sind klein, und jedem Kapitel wird ein „Dinge die man bei Regen tun kann“ voraus gestellt. Dennoch muss man gedanklich „dabei bleiben“, denn es gibt, wie schon eben erwähnt, viele Protagonisten mit vielen Geheimnissen und dann kommen auch ständig von allen Personen Rückblicke dazu. Das kann verwirrend werden.

Aber von vorne. Eine Hauptprotagonistin ist Mae, sie lebt in New York und am Anfang dieses Buches muss sie feststellen, dass ihr Lebensgefährte ein Betrüger ist. Er hat eine Scheinfirma gegründet und Gelder veruntreut, und jetzt ist er geflüchtet. Sie sitzt mit einem Brautkleid im Schrank und einem Verlobungsring an der Hand alleine da, und muss sich als Verantwortliche den Taten stellen. Schnell wird jedoch den Ermittlern klar, dass sie nichts wusste und dass sie ebenso belogen und betrogen wurde.

In dieser Situation war mir Mae nicht sympathisch. Ich kann es schwer erklären, sie hat mir leid getan, so belogen zu werden und vor den Trümmern ihres Lebens zu stehen, ist schwer. Den Kunden, ihren Freunden ins Gesicht zu sehen und sich zu schämen, sich schuldig zu fühlen, klar, das ist nicht einfach. Aber, mir kam es, wie es im Buch beschrieben wurde, nicht authentisch vor. Es schien mir, als würde Mae in erster Linie nur an sich denken, an das, was sie verloren hat. Einen Traum von einem Ehemann und einer Familie. Ich meine, dabei waren sie gerade mal ein Jahr zusammen. Mae erschien mir seltsam passiv. Sie hat einen Abschluss in Betriebswissenschaft, hat aber kein einziges Mal in dem Unternehmen gearbeitet, dessen Gründer sie und ihr Lebensgefährte waren. Das ist doch sehr ignorant. Und dann, am Tage des Betruges, macht sie den PC an und findet in fünf Minuten gleich alle Beweise für den Betrug? Unwahrscheinlich. Mae erklärt es sich so, dass sie die Augen davor verschloss, dass sie nichts wissen wollte, sie verlor sich einfach in ihren Träumen nach einer Familie. Sie macht eine sehr leidige Figur, auch vor den Polizisten. Ich hatte den Eindruck, die Polizisten hatten kein Mitleid mit ihr, sondern eher Verachtung, weil sie so, ja so ignorant und selbstmitleidig war. Irgendwann kann Mae nicht mehr, die ganzen Verhöre usw., und sie bittet darum, in ihrem Heimatort wo sie groß wurde, zu ihren Großeltern gehen zu dürfen. Denn Geld hat sie natürlich auch keines, ihre Wohnung kann sie nicht bezahlen und so wird sie von einem Tag auf den anderen raus geschmissen. Die Krönung fand ich, dass, als sie den Verlobungsring im Pfandhaus versetzte, sich ärgerte, dass es kein echter Diamantring war und ihr so „nur“ 800 Dollar brachte. Also, irgendwie egoistisch.

Ihre Heimat, ihr zu Hause ist ein kleines Hotel in dem kleinen Ort Alexandria Bay. Dieser liegt am St. Lorenz Strom (St. Lawrence River), zwischen Montreal und Lake Ontario. Den kleinen Ort gibt es wirklich, und es findet sich auch ein Point Vivian in der Nähe. Letzeres erwähne ich, weil es eine Vivian in der Geschichte gibt. Das Setting hörte sich für mich ziemlich perfekt an, zudem (ich liebe Karten) eine heimelig illustrierte Karte auf der letzten Seite des Buches ist. Leider empfand ich die Umsetzung dieses Ortes, die Einbindung in die Geschichte nicht so ganz gelungen. Ich hätte mir viel mehr Flair gewünscht, aber so wurde diese wunderschöne Gegend nur ein leises “Hintergrundsummen“. Das hat mich echt enttäuscht, denn diese Gegend und dann noch mit Regen, das wäre ein richtiges „Einkuschelbuch“ geworden.

Überhaupt der Regen. Kann man sich ein Regen-Flair wünschen? Ja, ich wünschte es mir und es hat mich in dieser Geschichte nicht überzeugt. Es regnete oft, aber nicht richtig fühlbar für mich. Die Tipps die jedem Kapitel voran gestellt waren „Dinge die man bei Regen tun kann“, locken auf eine falsche Fährte, denn sie haben nichts mit der Geschichte zu tun.

Okay, Mae ist zurück in ihrem Heimatort. Ihre Eltern starben als sie sechs Jahre alt war bei einem Unglück auf dem Fluss. An diesem Unglück fühlen sich mehrere Personen schuldig, und keiner hat je darüber gesprochen. Mae fühlt sich schuldig, weil sie ihren Vater betrunken mit dem Schiff losfahren gelassen hat (also, als 6-jährige kann man das doch nicht erfassen, oder?), Gabe weil er dachte er hätte das Boot nicht richtig fertig gebaut, Jona weil er nicht schnell genug da war weil er ebenfalls betrunken war, und Lily die ihre Tochter überhaupt nicht mit diesem Mann verheiratet hat sehen wollen. Ich denke mir mal, dass dieses Unglück, das in Bruchstücken zusammen gesetzt und erst am Schluss vollständig erklärt wird, der Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte und ihrer Protagonisten ist. Das hätte eigentlich an Lesestoff schon gereicht.

Aber, die Geschichte beginnt mit Rückblicken schon im zweiten Weltkrieg, als Everett und George in den Krieg ziehen und nur einer nach Hause kommt. Der „Falsche“, wie es scheint. Denn Lily ist von Everett schwanger. Dennoch heiratet sie George, der dies ahnt und 67 Jahre dazu schweigt, genau wie Lily. Als Lily dement wird, viele wichtige Dinge vergisst oder so Geheimnisse ausplaudert, weil sie einfach vergisst, dass es Geheimnisse sind, zieht George seelisch verletzt nach 67 Jahren Ehe in ein Hotel. Lily bleibt allein zurück, allein mit ihrer Angst. Denn sie hat Alzheimer/Demenz, was aber nicht näher benannt wird. Auch einen Arztbesuch lässt sie ausfallen, und es forscht auch keiner nach, als die Arztpraxis sich wegen des ausgefallenen Termins im Hotel meldet.

Überhaupt, das Hotel. Lily und George sind Hotelbesitzer. Es sind aber keine Gäste da. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob es an der Saison lag, es war Winter. Denn es wurde noch kurz erwähnt, dass sowohl George als auch Lily sich in der Hauptsaison die Namen der Gäste nicht mehr merken konnten. Das Hotel ist auch sehr in die Jahre gekommen, vieles ist alt und provisorisch repariert. Hier hätte ich mir auch mehr Hotel-Feeling gewünscht. Also, Lily und George, die Großeltern von Mae haben ein Hotel in Alexandria Bay, in dem Mae und auch Gabe groß geworden sind.

Gabe ist der Kinderfreund von Mae. Die beiden waren unzertrennlich und als sich im Jugendalter eine Romanze andeutet, funkt Lily (Großmutter von Mae) dazwischen und trennt die beiden mit einer Lüge. Lily war mir nicht wirklich sympathisch, auch wenn sie mir wegen ihres Gedächtnisverlustes leid tat. Sie war für mich eine intrigante Person und ihre Beteuerungen am Schluss fand ich zwar schon die Lage beruhigend, aber ich weiß nicht. Ein letztes Stück Misstrauen blieb.

Das Love-Interest zwischen Gabe und Mae ist schwierig. Wie erwähnt, aus einer Kinderfreundschaft wird Liebe, die dann durch Maes Großmutter unverständlicherweise gründlich zerstört wird. So gehen beide ihrer Wege und sehen sich jahrelang nicht. Beide werden nicht glücklich und „stranden“ so wieder ungewollt in ihrer Heimat Alexandria Bay. Die alte Liebe flammt augenblicklich wieder auf, aber noch immer gibt es Neider und Geheimnisse, die es unmöglich machen, dass die beiden glücklich werden.

Ich stelle hier mal eine kurze Liste der Personen vor:

Mae: liebt seit ihrer Kindheit Gabe, aber ihre Großmutter hat diese Liebe zerstört. Maes Eltern kamen bei einem Unfall auf dem Fluss ums Leben, als sie 6 Jahre alt war. Ihr Verlobter ist ein Betrüger, sie kehr in ihre Heimat zurück.

Gabe: Sein Vater war ein gewalttätiger Alkoholiker, der Gabe schlug und mit Zigaretten quälte. Sie lebten auf einer Insel im St. Lawrence Strom. Gabe verbringt seine gesamte Zeit mit Mae, bis Lily ihn und Mae durch eine Lüge trennt. Er wird Comiczeichner.

Virginia und Chase: Die Eltern von Mae. Virginia ist die Tochter von Lily. Chase ist auch Alkoholiker, was oft zu Streit zwischen ihm und Virginia führt. Viel erfährt man über die beiden nicht.

Jonah: Man könnte sagen, die Geschichte wiederholt sich, denn Jonah war Virginias Kinderfreund genauso wie Mae und Gabe zusammen waren.

Lily: Die Großmutter von Mae und Mutter von Virginia. Man weiß es erst am Schluss des Buches, dass sie nie über den Verlust ihrer Tochter Virginia hinweg kam. Sie gab Chase und dem Alkohol die Schuld, und aus diesem Grund wollte sie diese Erfahrung ihrer Enkelin Mae ersparen und hat Gabe mit einer Intrige in die Flucht geschlagen. Überhaupt hat Lily noch viele andere Geheimnisse, zum Beispiel dass Virginia nicht Georges Tochter ist, sondern Everetts. Zudem hat sie Demenz/Alzheimer und plaudert aus Versehen alte Geheimnisse aus.

George: Also George war mein Lieblingscharakter in dieser Geschichte. Der Fels in der Brandung, ein verlässlicher Mann der versucht, immer das richtige zu tun. Der Lily heiratete und Virginia als seine Tochter ausgab. Aber auch George hat ein Geheimnis, das er mit sich herumträgt. Er fühlt eine leichte Schuld.

Vivian: ist die Schwester von Everett und Lilys beste Freundin.

 

Eigentlich hätte das Buch bei dieser Fülle an Protagonisten, ihren Verbindungen, gemeinsamen Geheimissen und den Rückblicken in die Vergangenheit gut tausend Seiten haben können. Vielleicht hätte dies auch gut getan. Denn so blieb ich eher mit einem flüchtigen Eindruck zurück.

Diese vielen Rückblicke und Zusammenhänge kann man gar nicht schnell genug erfassen, und schon ist der nächste Eindruck, das nächste Geheimnis da. Man kommt praktisch nicht dazu, sich zu erholen und das ist dann auch der Punkt, wo es verwirrend werden kann. Andererseits gibt es so viele kleine Episoden, die ich mochte. Die aber im Ganzen hier wahrscheinlich eher untergehen. So wird zum Beispiel angedeutet, dass Virginia (Maes Mutter) und Jonah (Gabes Vater) eine ungewöhnliche Freundschaft hatten, die aber auch gestört wurde. War es der Alkohol? Hatte auch Lily ihre Finger im Spiel? Man weiß es nicht, aber man erfährt, dass beide gerne Angeln gingen, sie angelten Muskellungen. Diesen Fisch kannte ich übrigens nicht. Jedenfalls fing Virginias das größte Exemplar dass jemals im Fluss gefangen wurde und ihr Name steht im Rathaus ganz oben in einer ausgestellten Liste. Und dann findet Gabe, als er auf die Insel seines Vaters zurückkommt, ein Muskellungen-Skelett begraben, das weitaus größer ist als das von Virginia. Sein Vater Jonah hatte dieses Exemplar gefangen und in seinem Garten vergraben. Er hätte sich damit auf den ersten Platz der Liste katapultiert und hat dies nicht getan. Warum? Aus Liebe zu Virginia … Diese Episode wird nebenbei erwähnt, fasst könnte man sie überlesen, aber sie berührte mich sehr. Dann hätte ich auch gerne mehr über Gabe erfahren. Wie kam er zum Comic zeichnen? Wie erging es ihm, als er alleine fort musste?

Die Prise Magie, die am Schluss George „erschien“, mochte ich sehr. Ich fand das irgendwie sehr schön und es versöhnte mich mit Lily. Denn es machte mich weniger traurig, weil George auf seiner Art Road-Trip nur das Beste für alle wollte und so nicht so einsam und verloren war.

Am Schluss wiederholt sich die Geschichte von Lily und George in einem bestimmten Teil. Ich fand, das war einfach ein Zacken zu viel. Es hätte nicht sein müssen. Auch den Epilog fand ich für die insgesamt eher kurze Geschichte überflüssig, hier hätte mir der normale Schluss gereicht.

 

Fazit:

Oberflächlich gesehen lässt sich die Geschichte flüssig und unterhaltsam lesen, sie ist emotional und eignet sich gut zum abschalten für ein paar rührselig-traurige Stunden. Dennoch hat mir einiges gefehlt, was vielleicht auch an den für dieses Buch nur knappen dreihundert Seiten gelegen hat.

Diese Geschichte hat etliche Hauptprotagonisten die alle miteinander verwoben sind. Es gibt drei Zeitsprünge und drei Protagonisten-Paare. Jeder von ihnen hat Geheimnisse und da kann es schon leicht unübersichtlich werden. Es sind nicht nur die Geheimnisse und die emotionalen Verstrickungen in der Gegenwart, nein, es gibt dazu auch viele Rückblicke in die Vergangenheit, die verwirren können. Zumal die Rückblicke von Maes Eltern, die ja tot sind, mir am Anfang eher unklar erschienen.

Das lag auch daran, dass die Geschehnisse natürlich im spannendsten Moment abbrachen und es dann im nächsten Kapitel mit einem anderen Protagonisten weiterging. Bis ich dann wieder an der entsprechenden Stelle weiterlesen konnte, war so vieles passiert, dass ich mich erst wieder rückbesinnen musste, wer jetzt eigentlich warum was und wo erzählte.

Das Love-Interest von Mae und Gabe wird zwischendurch erzählt. Es birgt eine gewisse Melancholie, die sich allerdings auch durch die ganze Geschichte zieht. Es ist keine Geschichte wie in typischen Liebesromanen, diese hier ist zurückhaltener und ich hatte den Eindruck, dass Gabe mehr liebt als Mae. So richtig plausibel wurde mir das Love-Interest nicht, das lag vielleicht daran, dass mir Mae nicht so ganz sympathisch wurde. Eine weitere dezente Liebesgeschichte ist die von Lily und George, voller Missverständnisse, voller Geheimnisse, aber auch nur schwach skizziert.

Mein Lieblingscharakter in diesem Buch war George, der Mann, der an Lilys Seite blieb, obwohl er von ihren Geheimnissen wusste, der seine Tochter und seine Enkelin über alles liebte, der ein liebevoller Ausgleich zu der manchmal herrischen und verstörten Lily war. Die Prise Magie, die George am Schluss widerfuhr, versöhnte mich dann aber wieder Lily, und ich war einfach nur froh, dass er nicht so einsam und verloren war.

Die Charaktere aller Hauptprotagonisten waren zwar schon gut ausgearbeitet, hätten aber definitiv intensiver sein können. Vor allem Mae blieb mir bis am Schluss ein wenig fremd und unsympathisch.

Das Setting im Hotel und der Ort Alexandria Bay im St. Lawrence Island National Park gerieten für meinen Geschmack zu sehr in den Hintergrund. Dabei hätte dieser Ort alles für eine wunderschöne Regengeschichte gehabt. Ich liebe Geschichten, die im Regen spielen, aber hier konnte ich den Regen nicht fühlen. Das war sehr schade. Denn gerade ein charmant-morbides Hotel wie das von Lily und George bietet sich doch schon fast von alleine für eine Fülle an Geschichten an. Stattdessen wird es hier nur kurz als Wohnstätte erwähnt. Keine Gäste, keine Angestellten, es blieb ziemlich leer, was vielleicht auch an der Winter-Saison lag. Aber auch die Landschaft blieb sehr blass. Schade.

Alles in allem: Ausnahmsweise denke ich, der Geschichte hätten mehr als die dreihundert Seiten gut getan. Denn was bei dieser Fülle an Geheimnissen, Vergangenheit und Protagonisten alles miteinander verwoben ist, kann so nur oberflächlich erwähnt werden. Auch fehlte mir das Flair vom Leben in einem Hotel, von der Landschaft und der kleinen Stadt im St. Lawrence Strom. Der Regen blieb so leider „draußen“, ich konnte ihn nicht fühlen.

Sterne: Am liebsten hätte ich zwei Sterne vergeben. Weil die Geschichte nur an den Oberflächen der Protagonisten kratzt, weil mir das Flair dieser Regengeschichte komplett fehlt. So bietet sich diese Landschaft im St. Lawrence Strom doch gerade zu für eine tolles „Location-Setting“ an. Darauf hatte ich auch gehofft, es machte einen Anreiz für mich zum Lesen aus. Im Buch gibt es auf der letzten Seite eine illustrierte Karte, und leider hat diese mehr Stadt- und Landschaftsflair als in der Geschichte vorkommt. Das finde ich sehr schade. Vielleicht hätte man die Geschichte ausdehnen können. Normalerweise tendiert man eher dazu, zu kürzen, aber hier denke ich, wären mehr Seiten für das Setting und für die Protagonisten mit ihren vielen verschlossenen Gefühlen und Geheimnissen besser gewesen. Alle Protagonisten waren wie Scherenschnitte, sie blieben im Schatten. Dennoch konnte man das Potenzial ahnen. Auch das Love-Interest blieb blass, war wie nur angedeutet und das Zitat oben war das Beste, was es dazu im Buch zu lesen gab. Tja, wie nun werten? Vergebe ich zwei oder drei Sterne? Alle Protagonisten, Geheimnisse und Verbindungen sind dennoch gefühlvoll und halbwegs rund erzählt sind. Zwar oberflächlich, aber ich konnte dennoch die große Geschichte, die dahinter gesteckt hätte, erkennen. Nach ein paar Tagen habe ich nochmal überlegt und mich für zwei von fünf Sternen entschieden, weil es doch stellenweise verwirrend und unübersichtlich zu lesen war und weil das Setting in der Landschaft, der kleine Ort Alexandria Bay und auch das Hotel stark im Hintergrund blieben. Zudem konnte mich nach ein paar Tagen auch die Liebesgeschichte nicht mehr wirklich berühren.

Das Buch erschien am 7. November 2017

Link zum Buch/Verlag mit Leseprobe: https://www.rowohlt.de/paperback/das-glueck-an-regentagen.html

 

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