Force, Marie – Alles was du suchst (Green Mountain Bd. 1)

Force, Marie
Alles was du suchst
Green Mountain Serie Bd. 1
978-3-596-036288
Fischer

Inhalt:

›Alles, was du suchst‹ von Marie Force ist ein romantischer und witziger Liebesroman und zugleich der 1. Band der Bestseller-Reihe ›Lost in Love – Die Green-Mountain-Serie‹. Als die New Yorker Webdesignerin Cameron den Auftrag erhält, für einen familiengeführten Country-Store einen Online-Shop mit Landlust-Ambiente zu gestalten, ahnt sie nicht, was sie in Vermont, USA, finden wird: eine charmante Kleinstadt, unberührter Natur, eine warmherzige Großfamilie und den Sohn des Auftraggebers, Will. Weil dieser nicht begeistert von der Idee eines Internetauftritts ist, fliegen zwischen Cameron und Will zuerst die Fetzen, dann die Funken und schließlich die Gefühle. (Quelle fischerverlage)

Meine Meinung:

Anstatt nach Maine/USA zieht es die Liebesbuchautoren jetzt in den Staate Vermont. Ich gebe gerne zu, dass dieser Staat in den USA mit ein Grund für das Interesse an diesem Buch war. Dennoch ist es ganz klar eine Liebesgeschichte, und Vermont bietet da „nur“ das landschaftliche Setting. So las ich von Bergpanoramen, überdachten Brücken (ich musste an den Film und das Buch „Die Brücken am Fluss“ denken), verschneiten Wäldern, schlammigen Wegen und einer niedlichen Kleinstadt.

Force, Marie
Alles was du suchst
Green Mountain Serie Bd. 1
978-3-596-036288
Fischer

Es gibt einen schnellen Einstig in das Buch, denn auf der Fahrt zu einem Kunden nach Vermont hat Cameron Murphy einen Unfall. Es ist die sogenannte „Schlamm-Saison“ in Vermont, kurz nach dem Winter und bevor der Frühling kommt. Und ausgerechnet der bestaussehendste Hinterwäldler Will Abbott ist der Retter in Not. Cameron ist die typische Großstadt-Zicke und natürlich sehr attraktiv. Mit ihren blonden Haaren und ihrer Schlagfertigkeit fällt sie Will gleich auf.

Will ist der „Hinterwäldler“, der in einer Großfamilie aufwuchs. Er hat noch neun (!) Geschwister, die alle irgendwie mit der Kleinstadt verbunden sind, bzw. ein Geschäft selbstständig führen. Das ist genug Potenzial für acht weitere Liebesromane in Vermont. Will arbeitet im hauseigenen „Green Mountain Country Store“, für den Cameron eine Website und einen Shop anlegen soll.

Zitat Seite 45: „Als sie eintrat, überkam sie das Gefühl, eine Zeitreise in die Vergangenheit zu machen. Alle Sinne wurden angesprochen, jeder Zentimeter Platz genutzt – Fässer mit Erdnüssen, Coca Cola Emaille Schilder an den Wänden, uralte Haushaltsgegenstände auf dicken Holzregalen. Es war fast zu viel der Eindrücke. … Nach den Spielzeugen kamen Kosmetikprodukte und ein Tisch, auf dem Körbe mit duftenden handgefertigten Seifen in unterschiedlichen Farben und Formen lagen.“

Der Shop bietet nur Produkte aus Vermont, die handwerklich hergestellt wurden. Wills Bruder stellt zum Beispiel Ahorn-Sirup her, seine Schwester schönen Schmuck.

Zitat Seit 235: „Ich möchte, dass die Leute erfahren, was wir hier tun. Sie sollen unsere altmodischen Werte kennenlernen, die wir auch in der heutigen Zeit noch bewahren. Ich möchte allen zeigen, dass man als Familie erfolgreich zusammenarbeiten kann.“

Die Abbotts, also Wills Familie ist aber auch wirklich sehr sympathisch, so wie man sich eine große wundervolle Familie vorstellt. Allerdings, dass zehn Personen so perfekt zusammenarbeiten, das wird in der Realität eher wohl selten der Fall sein.

Force, Marie
Alles was du suchst
Green Mountain Serie Bd. 1
978-3-596-036288
Fischer

Will ist ein attraktiver Vertreter seiner ebenfalls attraktiven Familie, er hat einen durchtrainierten Körper sein Gesicht wirkt wie gemeißelt männlich, sinnliche Lippen und goldgesprenkelte Augen. Seine Geschwister und er könnten Models für Sportswear sein, so dachte Cameron jedenfalls, aber mir war das zu „dick aufgetragen“. Cameron beneidet Will um diese Familie, und in einer plötzlichen Szene erleidet sie fast einen Nervenzusammenbruch, weil sie sich als reiches Einzelkind nicht verstanden fühlt. Dies erschien mir viel zu ausgeprägt, zu emotional und zu spontan um glaubhaft zu sein. Es wirkte aufgesetzt.

Jedenfalls kommen sich beide schnell näher, obwohl sie eine gemeinsame Zukunft anzweifeln. Sie, das „Großstadt-Girl“ und er der „Hinterwäldler“, keiner der beiden kann sich zunächst vorstellen, seinen Wirkungskreis zu verlassen. Die Unterschiede sind groß, so kennt Will zum Beispiel einige bekannte Fernsehserien nicht, von denen Cameron erzählt. Das ist schon ein bisschen Klischeehaft. Dennoch unternehmen sie in ein paar Tagen viel zusammen, machen Ausflüge, so dass es mir eher wie eine Urlaubsstimmung erschien und nicht der normale Alltag. Zudem erfährt man gar nicht so richtig, was Will eigentlich genau arbeitet. Auch der Job von Cameron bleibt eher blass und mit Andeutungen versehen.

Selbstverständlich gibt es etliche Klischees, dass bleibt beim Thema Vermont und Landleben wohl nicht aus. Wie z.B. dass Will und seine Geschwister entweder Flanellhemden oder Strickpullis tragen. Manchmal dachte ich auch, dass Will ihr so typisch „nachläuft“. Er bringt ihr eine Gesichtsmaske (!), kauft Stiefel und einen Mantel aus dem Green-Mountain-Country-Store der natürlich nicht hinterwäldlerisch sondern sehr modern ist, so dass die Kleidungsstücke auch einer Großstadtpflanze wie Cameron gefallen. Will erschien mir zu Gut um Wahr zu sein. Camerons Charakterisierung erschien mir stellenweise wie zusammen gepuzzelt, so ist sie auf der einen Seite einsam, hat sich aber auch einen Freundeskreis in New York aufgebaut. Dann hat sie eine Aufmerksamkeitsstörung, gegen die sie Medikamente nimmt. Ihr Charakter wirkte auf mich zusammen gestückelt. Auch die zwei schachspielenden schrulligen Männer im „Green Mountain Country Store“ wirkten klischeehaft.

Ach ja, Fred der Elch spielt auch eine Rolle in der Kleinstadt, er wird wohl sowas wie der „Running Gag“ in den Bänden werden.

Force, Marie
Alles was du suchst
Green Mountain Serie Bd. 1
978-3-596-036288
Fischer

Fazit:

Das Buch lässt sich locker und leicht lesen, das Setting in einer Kleinstadt in Vermont ist natürlich wunderschön. Dennoch gibt es viele Klischees, über die man aber hinweg lesen kann. So ist das halt mit Liebesromanen. Die Charakterisierung von Cameron und Will erschien mit nicht ganz ausgereift. Während Cameron an mancher Stelle wie zusammen gestückelt wirkt (reiches, krankes, einsames Mädchen) kommt Will nicht zur Geltung. Er ist zu Gut um Wahr zu sein. Über die Berufe der beiden erfährt man wenig, hier hätte eine genauere Beschreibung authentischer für die Geschichte gewirkt. Insgesamt war die Geschichte aber auch zu lang gewesen, einiges hätte man kürzer fassen können, jedenfalls für meinen Geschmack.

Alles in allem lässt sich die Geschichte dennoch im großen und ganzen stimmig lesen, und ich werde mir auf alle Fälle Band 2 holen.

Link zum Buch/Verlag: http://www.fischerverlage.de/buch/alles_was_du_suchst/9783596036288

 

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