Feehan, Christine – Geliebte des Feuers (Sea Haven Saga Bd.5)

Feehan, Christine
Geliebte des Feuers
Sea Haven Saga Bd.5
9783453421189
Heyne

Inhalt:

Lissas flammenfarbenes Haar ist nicht das einzig Feurige an ihr. Die begabte Glaskünstlerin und »Schwester im Herzen« trägt eine brennende Kraft in ihrem Innern, die ebenso zerstörerisch wie schöpferisch sein kann. Ihre Kunstfertigkeit bringt sie bis nach Italien, während Lissas eigentliche Mission im Verborgenen bleibt: Rache. Zwischen ihr und dem russischen Geheimagenten Casmir Prakenskij entflammt eine leidenschaftliche Liebe, aber dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit bedrohen ihre gemeinsame Zukunft (Quelle Heyne)

Meine Meinung:

Dies ist der fünfte Band der Sea Haven Saga und der Prakenskij-Brüder. Ich muss schon sagen, die Prakenskij-Brüder sind eine Klasse für sich. Eigentlich unfassbar wie die Autorin Christine Feehan hier den Spagat schafft, dass diese Killermaschinen und Auftragsmörder erstens so gut in der Geschichte wegkommen, und zweitens, dass man sie sympathisch findet und dass sie immer sofort wissen, wer die „gewisse EINE Frau“ fürs Leben ist. Wer diese Saga liest, erlebt in jedem Buch einen anderen Bruder, die in alle Welt verstreut sind und nun in Sea Haven ihr zu Hause finden können.

Feehan, Christine
Geliebte des Feuers
Sea Haven Saga Bd.5
9783453421189
Heyne

Hier in Band fünf treffen nun Casimir und Lissa aufeinander. Lissa ist eine zierliche Rothaarige mit tollen blauen Augen. Sie ist künstlerisch begabt, und fertigt unter anderem Glasobjekte wie Kronleuchter etc. für Hotels in der ganzen Welt an. Sie ist Glasbläserin, und so kommt auch ihr magisches Element „Feuer“ zur Geltung. Jedenfalls vermute ich das, obwohl es während der Geschichte nicht explizit erwähnt wird. Überhaupt wird dieser künstlerische Anteil extrem klein gehalten, ich erfuhr eigentlich gar nichts über dieses Hobby. Im vorherigen Band (*hier Rezi*) wurde sie zudem als äußerst wachsam mit ungeahnten Fähigkeiten beschrieben. Sie ist „verdammt“ gut in allen Kampfsportarten, so steht es jedenfalls geschrieben, allerdings merkte ich auch hier während der Geschichte davon nichts.

Zudem trägt Lissa ein Geheimnis mit sich, das die anderen Frauen nicht wissen sollen. Lissa heißt nämlich gar nicht Lissa sondern ist die Tochter eines ermordeten Mafiapaten aus Italien. Ihr richtiger Vorname ist Giacinta. Um Rache zu üben, wurde sie von ihrem Onkel als Auftragskillerin ausgebildet. Die anderen Frauen aus Sea Haven, sie nennen sich Schwestern, kennen sich alle aus einer Therapiegruppe die mit dem gewaltsamen Tod von Angehörigen fertig werden mussten. Sie haben sich zusammengeschlossen und im Norden Kaliforniens eine Farm gekauft, die sie zusammen bewirtschaften. Jede trägt das dazu bei, was sie am besten kann.

Das alles hört sich jetzt richtig gut an, ich muss aber leider sagen, dass mir Lissa nicht als die taffe Frau erschien, die hier dargestellt werden sollte. Ich nahm ihr das ganze rund um das Thema Auftragskillerin und sogar die Künstlerin überhaupt nicht ab. Ich kann auch nicht erklären, woran es gelegen hat, denn wie in den vergangenen Bänden sind die Hauptprotagonisten alle gut beschrieben und viele Seiten im Buch handeln vom inneren Gefühlsleben, aber, bei mir kam das alles nicht an.

Auch Casimir Prakenskij kommt nicht besser weg für meinen Geschmack, dennoch ist er ein anziehender Alphamann. Das sollte man wissen, wenn man diese Serie liest, alle Prakenskijs sind extreme Alphamänner. Casimir hat auch die „russische Geheimschule“ wie die anderen Brüder durchlaufen.

Zitat Seite 32: „Wegen der Brutalität und schieren Grausamkeiten der Trainingsmethoden waren viele Schüler, die meisten wie er Töchter oder Söhne ermordeter Oppositioneller, während der Ausbildung gestorben. Andere lernten, wie er, nichts mehr zu fühlen.“

Er hat silberfarbende Augen, schwarze Haare und einen durchtrainierten Body. Drei feine Narben zieren sein Gesicht vom Kinn bis zum Schädel. Er ist ein Auftragsmörder, Verwandlungskünstler und hat kein zu Hause. Als seine Brüder ihn bitten, auf Lissa in Europa „ein Auge zu haben“, willigt er ein.

Zitat Seite27: „Männer, von denen er sein ganz Leben getrennt gewesen war. Männern, die er nicht kannte, für die er jedoch größte Loyalität empfand.“

Auf der Buchinnenseite kann man gut lesen, wie es weitergeht, denn Lissas Onkel ist nicht der, der er zu sein scheint. Casimir, der dort als Bodyguard anheuert, erkennt dies sofort. Dass er diese Ungereimtheiten innerhalb ein paar Stunden herausfindet, ist eigentlich genauso unglaublich, wie dass es Lissa/Giacinta es jahrelang nicht bemerkt hat. Wieso hat sich nichts gemerkt, sie ist intelligent und eine Auftragskillerin, die ihre „Arbeit“ immer akkurat, zielstrebig und gut recherchiert erledigt!? Wie konnte ihr das jahrelang entgehen, dass etwas mit ihrem Onkel nicht stimmt? Na ja, dafür ist ja jetzt Casimir aufgetaucht, und nach anfänglicher Abneigung (sie will keinen Prakenskij als Mann) kommen beide erwartungsgemäß und ziemlich schnell zusammen.

Es kommt wie es kommen muss, große Anziehungskraft entwickelt sich zwischen Casimir und Lissa/Giacinta. Überraschender- und unpassenderweise wie ich finde, ist Lissa/Giacinta noch Jungfrau, etwas, das nicht zu ihrem Typ passt und für mich völlig unglaubwürdig war. Es gibt dann seitenweise emotionale erotische Sexszenen. Für meinen Geschmack hätte das auch weniger sein können, vor allem weil Casimir hier fast schon einen besitzergreifenden und entschlossenen „Dom“ markiert. Dennoch ist die sexuelle Anziehung zwischen den beiden schon sehr gut beschrieben, so richtig mit Verlangen, Leidenschaft, Wildheit, Hitzewallungen, Atemaussetzer, Hunger im Blick, Hingabe … Natürlich kommt dann noch die harmlose Sache mit den „Handjucken“ dazu, ein sicheres Zeichen für … ja, das müsst ihr selber nachlesen. Diejenigen unter euch, die diese Reihe kennen, wissen was es bedeutet … Es gibt ein sehr kurzes erotisches Kapitel auf einer Burg in Deutschland, hier soll Lissa/Giacinta ebenfalls Kronleuchter anfertigen, bevor aus dem demselben Grund nach St. Petersburg geht.

Weitere Ungereimtheiten die mir aufgefallen sind: Lissas/Giacintas Onkel Luigi hat auf seinem ganzen Anwesen nur zwei Bewacher!? Ein Mafia-Boss?? Das Lissa/Giancinta noch Jungfrau war, kann man eigentlich nicht vermuten. Dann der Sex zwischen den beiden in Onkel Luigis Haus, das wäre doch viel zu gefährlich gewesen.

Irgendwann zwischendurch kommt plötzlich die „Anwandlung“, dass Lissa ja eigentlich die Sorbacovs töten will, die Feinde der Prakenskijs und auch ihrer Schwestern in Kalifornien. So lange Vater und Sohn Sorbacov leben, sind alle in Gefahr. Lissa/Giacinta will sich selber opfern, damit ihre Schwestern und deren Ehemänner ein ruhiges und gefahrloses Leben haben können. Ein weiterer unlogischer Schritt ist die plötzliche Hochzeit, also, da passt vieles nicht.

Manchmal hat mich Lissa/Giacinta an Gwendolyn von „Cruelty“ (*hier Rezi*) erinnert. Ich könnte sogar sagen, dass mir Gwendolyn „härter“ erschien als Lissa /Giacinta. Zudem wird kein einziges mal erwähnt, wie Lissa/Giacinta ihr magisches Element, das Feuer anwendet.

Das Intermezzo in St. Petersburg ist schnell und kurz: sie trifft sich mit Uri und Kostya Sorbacov, nachdem sie zusammen mit Casimir einen Plan ausgearbeitet, beide zu töten. Dies gelingt erstaunlich gut.

Nach all diesen Ungereimtheiten und „Unauthentischkeiten“ fragt ihr euch, warum sich diese Geschichte dennoch zum lesen lohnt?

 

Feehan, Christine
Geliebte des Feuers
Sea Haven Saga Bd.5
9783453421189
Heyne

Fazit:

Wer die Sea Haven Saga von Anfang an verfolgt, weiß, was ihn erwartet. Das muss nicht immer gefallen, aber irgendwie fühle ich mich doch gut „aufgehoben“ zwischen all den Prakenskij-Brüdern, den „Alphamännern par excellence“. Die muss man mögen, denn sie sind sehr bestimmend, nicht nur in diesem Band. Einmal die Frau fürs Leben gefunden, weichen sie nicht mehr von der Stelle, komme was wolle, das kann Sicherheit und Geborgenheit für die Frauen vermitteln oder einfach aber auch oft nur nervig sein. Ebenfalls wird die Verbundenheit der Freundinnen/Schwestern hervor gehoben. Dies ist der stabile Rahmen, der diese Saga trägt und für den man sich auch ein paar Stunden gerne ablenken lässt.

Allerdings gibt es tatsächlich für meinen Geschmack vieles was unglaubwürdig ist, was einfach zu plötzlich geschieht. Ich wunderte mich des Öfteren. So wird nicht ein einziges Mal das magische Element von Lissa/Giacinta gebraucht, nämlich das Feuer. Auch erfahre ich praktisch nichts über das große Hobby der Glasbläserin. Das ist schon schade. Bei Casimir erwartet man nichts anderes, er ist ein Prakenskij, „er kam, sah und siegte“ (könnte man es kurz und passend für alle Prakenskijs zusammenfassen). Die Sexszenen sind erotisch und stilvoll in Szene gesetzt, für meinen Geschmack war diese aber seitenweise zu lang.

Zum Schluss taucht nun auch der letzte verschollene Bruder auf, und ich freue mich entgegen aller Kritikpunkte auf diesen Band. Am liebsten hätte ich diesen sogar gleich hinterher gelesen, aber wie der Verlag mir mitteilte, ist dieses Buch erst für 2018 geplant. Wie soll man es nur so lange ohne die Prakenskijs aushalten!?

Zum Buch/Verlag: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Geliebte-des-Feuers/Christine-Feehan/Heyne/e506473.rhd

Link zur Reihenfolge als PDF zum ausdrucken: Feehan, Christine – Sea Haven Saga

 

Sea Haven Saga
Band 1 Gebieterin des Wassers Rikki + Lev
Band 2 Hüterin der Seele Judith + Stefan
Band 3 Herrin des Windes Airiana + Maxim
Band 4 Wächterin der Erde Lexi + Gavril
Band 5 Geliebte des Feuers Lissa + Casmir
Band 6 Blythe + Viktor

 

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