Armentrout, Jennifer L. – Band 1 Dark Elements/Steinerne Schwingen

Armentrout, Jennifer L. Dark Elements –Steinerne Schwingen Band 1 978-3-95967-003-6 Harper Collins- ya!

Armentrout, Jennifer L.
Dark Elements –Steinerne Schwingen
Band 1
978-3-95967-003-6
Harper Collins- ya!

Inhalt:

Ich kann Dämonen aufspüren, denn ich bin eine von ihnen. Ich kann den Menschen bis in die Seele schauen. Und ich kann sie ihnen rauben – mit einem Kuss. Nichts wünscht Layla sich sehnlicher, als ein ganz normaler Teenager zu sein. Aber während ihre Freundinnen sich Gedanken um Jungs und erste Küsse machen, hat sie ganz andere Sorgen: Layla gehört zu den Wächtern, die sich nachts in Gargoyles verwandeln und Dämonen jagen. Doch in ihr fließt auch dämonisches Blut – und mit einem Kuss kann sie einem Menschen die  Seele rauben. Deshalb sind Dates für sie streng tabu, erst recht mit ihrem heimlichen Schwarm Zayne, dem Sohn ihrer Wächter-Ersatzfamilie. Plötzlich wird sie auf einem ihrer Streifzüge von dem höllisch gut aussehenden Dämon Roth gerettet ? und er offenbart ihr das schockierende Geheimnis ihrer Herkunft! (Quelle YA/Harper Collins)

Meine Meinung:

Auf dieses Buch wurde ich durch einen Verlags-Newsletter aufmerksam. Die Inhaltsangabe faszinierte mich, und dazu genügte nur ein Wort – Gargoyles (steinerne Wasserspeier). In meiner Kindheit, ich bin Jahrgang 1972, gab es dazu eine Zeichentrickserie. Vielleicht gefiel mir deswegen auch das Setting rund um diese steinernen Wasserspeier, gepaart mit einer “First-Love“-Liebesgeschichte.

Das Cover des Buches sieht mysteriös aus, ein stilisierter elementartiger steinerner Flügel. Das Buch selber hat mich haptisch voll und ganz angesprochen: Gebunden, ein edler dunkelgrüner, dezent metallisch glitzernder Buchumschlag und ein praktisches Lesebändchen. Einziges Manko: die Inhaltsangabe in silbriger Schrift auf der Rückseite lässt sich sehr schlecht erkennen und lesen.

Der Leser muss gleich in die Geschichte „einsteigen“. Los geht es mit einer Szene in MacDonalds, als die 17jährige Hauptprotagonistin Layla einen „Blender-Dämon“ entdeckt. Und schon ist der Leser mittendrin. Das erste Drittel des Buches ist etwas verwirrend, es werden sehr viele Protagonisten vorgestellt, und ich hatte mehrmals das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Es dauert relativ lange, bis ich mir Laylas Welt zu Eigen gemacht habe: Es gibt Wächter, Blender-Dämonen, Sucherdämonen, Hohedämonen, Hellions, Chaosdämonen, Alphas, Lilin … usw. Da kann man gerade am Anfang schon mal den Faden verlieren. Am besten, man liest einfach darüber hinweg, ohne sich groß Gedanken zu machen. Im Laufe der Geschichte finden sich wie nebenbei die Zusammenhänge und Erklärungen.

Aber der Reihe nach. Layla ist ein „Mischling“, eine Halb-Dämonin und Halb-Wächterin. Sie lebt in Washington, der Hauptstadt Amerikas.  Es wird nicht expliziert erwähnt, daher war meine erste Vermutung, dass sie als Kind ausgesetzt wurde. Dazu erfährt der Leser später im Buch etwas mehr. Sie sieht sich selber wie einen Albino: weißblonde lange Haare, klein und zierlich, große, sehr hellgraue Augen. Etwas Verwirrung sorgte bei mir, dass die Menschen wissen, dass es Gargoyles gibt, die Nachts auf Dämonenjagd gehen. Allerdings passiert das nicht sehr offensichtlich, die Menschen sind z.B. nicht gewöhnt, dass sich ein Wächter, so werden die Gargoyles genannt, tagsüber in einen Wasserspeier verwandeln würde. Gargoyles können fliegen, das ist auch nötig, da sie oft hoch an Kirchen oder Häuser auf dem Sims sitzen. Layla lebt bei den Wächtern, wird dort aber als Halbdämonin und Halbwächterin nicht voll akzeptiert. Im Laufe ihres Erwachsenwerdens wird sie von Selbstzweifel geplagt und sucht unbewusst nach ihrer eigenen Identität. Sie möchte so gerne zu den Wächtern gehören, sie als ihre Familie ansehen. Sie hat eine besondere Gabe, die den Wächtern sehr nützlich ist: sie kann Seelenlose und Verdammte erkennen und „markieren“, und unterstützt so die Wächter in ihrem Kampf gegen die Dämonen. Bisher kam es ihr noch nie in den Sinn, dass sie damit auch irgendwie ihre eigene Art bekämpft, immerhin ist sie ja auch Halbdämonin, verleugnet dies aber mit aller Kraft. Zu ihrem eigenen Leidwesen blitzt aber immer öfter ihr dämonisches Erbe auf, sie möchte Menschen ihre Seelen stehlen – durch einen Kuss. Ungewöhnlich ist, dass besonders böse oder besonders reine Seelen die größte Anziehung auf sie ausüben. Bisher gelang es ihr, dieses Verlangen zu unterdrücken.

Layla wurde von Abott, dem Oberhaupt der Wächter in Washington aufgenommen. Sie lebt in seiner hotelähnlichen Villa, die auch Herberge und Kommandozentrale  für andere Wächter ist.  Hier leben überwiegend unverheiratete Wächter. Außerdem helfen die Wächter der Polizei, Kriminelle und Dämonen zu fassen. Abott ist der Vater von Zayne, mit dem Layla wie Bruder und Schwester aufgezogen wurde. Doch nicht alle Wächter sind von Layla überzeugt, viele sehen sie als Feindin an.

Layla verliebt sich in den gutaussehenden 21-jährigen Zayne, was das Problem mit sich bringt, wenn sie ihn küssen würde, würde sie ihm die Seele nehmen. Auch deswegen zeigt Layla kein Interesse an den Jungs in ihrer Schule. Überhaupt, sie geht gerne in die Highschool, das ist das bisschen Freiheit, dass sie noch hat, denn Wächter-Frauen werden gut beschützt (auch wenn sie nur eine „halbe“ Wächterin ist). Zwei ihrer besten Freunde, Stacey und Sam, wissen, dass sie ein Wächter ist, von ihrer dämonischen Seite ahnen sie allerdings nichts.

Zurück zur Szene bei MacDonalds. Layla verfolgt diesen Blender Dämon in eine Gasse und dort begegnet ihr zum ersten mal der sehr gut aussehende Roth. Er ist ein sogenannter Hohedämon, vergleichbar mit einem Herzog oder einem infernalischem Herrscher. Roth hat wie alle Dämonen keine Seele.

Ab diesen Zeitpunkt und nach den Geschehnissen in der Gasse beginnt für Layla eine sehr unruhige Zeit. Roth sät erste Zweifel in ihr, sie weiß nicht mehr, zu wem sie gehört, sie zweifelt an sich selber, sie hat Schuldgefühle gegenüber Abott, Zayne und den Wächtern, die ihre Familie sind. Oder etwa doch nicht? Sie fühlt sich zu Zayne und zu Roth hingezogen. Am schlimmsten wird es, als es für Zayne Zeit ist, sich zu paaren. Das hört sich jetzt etwas vulgär an, wird aber in der Geschichte gut erklärt. Layla wird eifersüchtig, weil vollkommen klar ist, dass sie als Partner „unwürdig“ ist.

Layla ist verzweifelt, sie wünscht sich nichts sehnlicher als normal zu sein. Sie gehört zu Niemanden, nicht zu den Menschen, nicht zu den Dämonen und auch nicht zu den Wächtern. Sie ist, was sie ist, Halb-Dämonin und Halb-Wächterin. Keine Chance auf ein privates Glück.

 

Die Lage spitzt sich zu, als das Oberhaupte Elijah mit seinem Sohn Petr Faustin vom Wächter-Clan an der Südküste und die Alphas zu Besuch kommen. Petr hasst Layla, weil sie Dämonenblut in sich hat, und schon einmal hat er Layla angegriffen. Während eines erneuten Angriffes kommt ihr Roth zu Hilfe.

Roth erzählt ihr bruchstückhaft von ihrer Mutter. Layla beginnt zu ahnen, dass ihre Wächter Familie sie vielleicht ausnutzt und aus einem unbekannten bestimmten Grund aufgenommen hat. Denn welche normale Wächter-Familie würde einen Dämon bei sich aufnehmen, den Feind schlechthin? War das alles ein abgekartetes Spiel? Eine Welt bricht zusammen. Verraten von den Wächtern? Verraten von Dämonen. Wem kann sie noch trauen?

Als Leser konnte ich ihr Dilemma gut nachvollziehen. Ich selber hatte auch keine Ahnung, wem sie noch trauen könnte und stellte natürlich während des Lesens so allerhand Vermutungen an.

Was weiß Abott, und wie viel weiß Zayne? Ist Zayne auch in Layla verliebt oder nur besorgt um sie wie ein Bruder? Hat er bisschen Angst vor ihr, weil er weiß, dass sie seine Seele stehlen kann?

Roth erklärte Layla, die reinen Seelen wären manchmal am grausamsten. Zayne hat eine reine Seele. Mmh. Meine Neugierde ist geweckt. Hat Zayne vielleicht auch zwei Seiten, eine gute und eine böse? Und überhaupt, wer ist der Vater von Lalya?

Also, ich habe das Buch zunächst in einem Rutsch bis Seite 227 gelesen. Das war auch gut so, um ein Gefühl für die Geschichte zu bekommen. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass es insgesamt 368 Seiten klein gedruckter Text ist. Eigentlich hätte ich gerne weitergelesen, wenn es nicht wieder schon so spät geworden wäre. Am nächsten Morgen juckte es mich in Fingern, das Buch zu holen um zu lesen, wie es weiterging. Ich freute mich schon auf Abends, auf das Weiterlesen. Das „schlimmste“ aber war, ich musste mich sowas von beherrschen, um nicht schon mal den Schluss zu „spinzeln“.

Zum Ende hin wird es ziemlich rasant. Layla spioniert mit großen Schuldgefühlen ihre Wächter-Familie aus und zusammen mit Roth macht sie sich auf die Such nach einem Dämonenbuch, genannt „der kleine Salomon“. Ganz am Schluss gibt es einen emotionalen und kämpferischen Showdown, und Layla bekomm im wahrsten Sinne des Wortes Flügel.

Der Schluss hat für meinen Geschmack leider keinen richtigen Cliffhanger. Oder wenn, dann nur einen kleinen. Auf den letzten Seiten des Buches gibt es dann eine Bonusszene, eigentlich meine Lieblingsszene, nur dieses mal aus Roth’s Perspektive beschrieben.

Fazit:

Am Anfang wird die neue Welt mit den Wächtern, Dämonen und Menschen in Washington vorgestellt. Der Leser wird praktisch in die erste Szene rein katapultiert und muss sich gleich mit vielen neuen Haupt- und Nebenprotagonisten auseinandersetzen. Ich tat mich schwer damit, es wurde mir etwas unübersichtlich, vor allem die vielen Dämonen-Typen auseinander zu halten. Immerhin weiß man als Leser nicht, ob das noch wichtig wird oder nicht. Irgendwann beschloss ich einfach locker und leicht darüber hinwegzulesen und tauchte so nach und nach in die Geschichte und die Welt der Gargoyles ein. Es lohnt sich, „dran“ zu bleiben.

Allerdings kam es mir vor, als würde der ausführlichere Teil eher von Dämonen handeln, die Gargoyles kommen überwiegend als normale Menschen daher und es wird eher sehr beiläufig  erwähnt, wenn sie sich zu Gargyoles verwandeln und mit steinernen Schwingen zur Jagd fliegen. Ich hatte mir das anhand der Inhaltsangabe eher umgekehrt erwartet: mehr Gargoyle als Dämonische Handlung.

Es gab auch einige Brüche, die mir als Erwachsener nicht so gut gefielen. Vielleicht komme ich auch mit dem Humor nicht klar. So wird Roth als sehr starker und mächtiger Dämon beschrieben, aber er hält sich drei Kätzchen, gärtnert (!!) und spielt Piano. Das sind schon starke Gegensätze. Sehr fasziniert  hingegen hat mich sein bewegliches Tattoo – eine Schlange. Leider lies mich ihr Name „Bambi“ jedes mal aufstutzen, ich fand es lächerlich.

Teenager können sich sicherlich gut in Layla hineinversetzen, auch, als sich Roth und Layla näher kommen, das wird sehr schön erzählt. Als Leser wurde ich mit der Zeit in die phantastische Welt der Gargoyles und Dämonen gezogen. Die Anziehungskraft, das Verliebtsein und als die erste Liebe bei Layla aufblüht, war sehr schön beschrieben. Bitter Sweet.

Alles in allem ist es ein sehr interessanter erster Teil, und ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte um Layla, Roth und Zayne weitergeht. Welche Kräfte wird Layla noch entwickeln und für wen wird sie sich letztendlich entscheiden? Am liebsten würde ich heute weiterlesen, ich muss mich aber leider bis Februar 2016 (!!) gedulden, dann erscheint der zweite Band „Eiskalte Sehnsucht“. Es ist zwar eine Jugenbuch-Trilogie, lässt sich aber für mich als Erwachsene noch sehr gut lesen und vor allem die Liebesgeschichte ist sehr schön verpackt.

 

Reihenfolge Dark Elements

Band 1 – Steinerne Schwingen

Band 2 – Eiskalte Sehnsucht

Band 3 – Sehnsuchtsvolle Berührung

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